Die Autonomie im Blick

Autonomie ist zum Schlüsselbegriff im Gesundheitswesen geworden - insbesondere für das Verhältnis zwischen Patientinnen und Patienten bzw. pflegebedürftigen Menschen und den Personen, die deren Versorgung gestalten und sicherstellen. Im Mittelpunkt einer autonomiefördernden Versorgung steht die vulnerable Person, die informierte Entscheidungen über ihre Gesundheit selbstbestimmt trifft. Doch Selbstbestimmung und Wahrnehmung von Autonomie können in unterschiedlichen Konstellationen in Gefahr geraten.

Der Forschungsschwerpunkt Autonomie im Gesundheitswesen (AuGe)

... verfolgt das Ziel, autonomiegefährdende Situationen und Strukturen in gesundheitsbezogenen Versorgungskonstellationen zu identifizieren und herauszuarbeiten.

Im Rahmen von Forschungsprojekten werden Möglichkeiten erarbeitet, die Selbstbestimmung von vulnerablen, von Krankheit und/oder Pflegebedürftigkeit betroffenen Personen zu stärken. Dabei wird die empirische Rekonstruktion dieser Konstellationen sowie deren normative Reflexion gleichermaßen berücksichtigt und in die Erarbeitung von Lösungen und Konzepten einbezogen.

Angliederung

Der Forschungsschwerpunkt AuGe ist an die Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) und das Institut für Angewandte Sozialwissenschaften (IFAS) angegliedert. Durch das breite Lehr- und Forschungsprofil der Fakultät und des Instituts stellen diese einen exzellenten Ort für praxisnahe und interdisziplinäre Forschung im Themenfeld 'Autonomie im Gesundheitswesen' dar. Die Projektleiterinnen Prof. Dr. Tanja Henking und Prof. Dr. Silke Neuderth bringen im Rahmen ihrer Forschungsarbeit primär die Perspektiven der Rechtswissenschaft (Schwerpunkt Medizin- und Strafrecht), (Gesundheits-)Psychologie und Versorgungsforschung ein; diese werden u.a. ergänzt durch die Perspektiven der Medizin, Pflege und Gesundheitswissenschaft, Soziologie, Sozialarbeitswissenschaft, Kommunikationswissenschaften sowie des Pflegemanagements.

Hochschulintern wird das Spektrum an beteiligten Disziplinen durch Kooperationen mit weiteren Fakultäten sowie hochschulübergreifend-regional durch eine Kooperation mit dem Universitätsklinikum Würzburg ergänzt.  

Weitere Informationen zum Institut für Angewandte Sozialwissenschaften (IFAS) finden Sie hier

Interdisziplinär & interprofessionell

Die Bearbeitung der komplexen Themen im Spektrum der Autonomie im Gesundheitswesen macht eine Vielfalt an Perspektiven erforderlich. So unterschiedlich in ihrer Autonomie gefährdete Personengruppen, Professionen im Gesundheitswesen und Versorgungskonstellationen und -settings sind, so vielseitig müssen auch die Perspektiven auf den Gegenstand der Autonomie im Gesundheitswesen sein.

Durch ein interdisziplinär und interprofessionell besetztes Team aus Forschenden und durch unterschiedliche Vernetzungs- und Austauschformate ist sichergestellt, dass die Vielfalt der disziplinären Zugänge zur Identifikation von autonomiegefährdenden Konstellationen und bei der Erarbeitung von autonomiestützenden Konzepten gewährleistet ist.

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Vernetzt & kooperativ

Gemeinsam mit Praxispartnern im Gesundheitswesen Neues zu entwickeln ist ein zentraler gesellschaftlicher Gestaltungsauftrag der THWS. Auch wir leisten dazu einen Beitrag: zusammen mit innovativen Kooperationspartnern entwickeln wir im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Autonomie im Gesundheitswesen relevante Forschungsfragen im Themenfeld Autonomie im Gesundheitswesen und tragen bei zu einem gelingenden Theorie-Praxis-Transfer und zu Veränderungen in Strukturen und Prozessen der Gesundheitsversorgung.

Gleichzeitig tragen wir Sorge für eine transparente Forschungsarbeit und die Vermeidung von Interessenkonflikten gemäß den Standards guter wissenschaftlicher Praxis. 

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Förderung

Ausgestattet mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst ist es uns möglich, über eine Laufzeit von fünf Jahren das erste Pilotprojekt Autonomie am Lebensende zu bearbeiten - und darüber hinaus den Forschungsschwerpunkt an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt zu etablieren und weitere Forschungsfragestellungen im Themenfeld Autonomie im Gesundheitswesen zu identifizieren. Damit ist es uns möglich, im Sinne angewandter Forschung einen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Menschen, die von Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder Behinderung betroffen sind, zu leisten - und zu einem aktuellen, gesellschaftsrelevanten Thema zu forschen.